


Der Damhirsch variiert stark in der Färbung und ist im Sommer an der Oberseite, den Schenkeln und der Schwanzspitze braunrötlich, auf der Oberseite weiß gefleckt. Unter- und Innenseite der Beine sind weiß. Im Winter ist er an Kopf, Hals und Ohren braungrau, auf dem Rücken und an den Seiten schwärzlich, an der Unterseite aschgrau. Schwarze und weiße Varietäten sind nicht selten. Der Damhirsch hat im Wesentlichen dieselbe Lebensweise wie der Rothirsch, ist aber genügsamer und hält sich daher besser in Kiefernheiden und parkähnlichen Landschaften. Er ist weniger scheu und vorsichtig, steht aber dem Rothirsch an Schnelligkeit und Gewandtheit in nichts nach.
Im Gegensatz zum Rothirsch wurde der Damhirsch in vielen Gebieten seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes immer seltener. Im 19. Jahrhundert verschwand er aus Nordafrika, um 1900 vom griechischen Festland und in den 1950ern auf Sardinien. Auch in den asiatischen Teilen des Verbreitungsgebietes wurde die Art um diese Zeit immer seltener. Ein angebliches Vorkommen des Damhirsches vor etwa 1.000 Jahren in Äthiopien stützt sich lediglich auf künstlerische Relikte.
Er lebt gern in lichten Wäldern mit ausgedehnten Wiesen, ist aber sehr anpassungsfähig, sodass er in fast allen Regionen Europas anzutreffen ist, sogar auf der Nordseeinsel Norderney. Je nach Region und Landschaft variiert die Herdengröße, kann aber bis zu 80 Tiere umfassen.
Lebensweise
Der Damhirsch ist ein Wiederkäuer und somit ein reiner Vegetarier. Die Tiere ernähren sich von Gras und Laub. Sie verbeißen auch die Rinde von Bäumen, richten aber nicht so große Schälschäden an wie Rothirsche.
Die Paarungszeit beginnt Anfang Oktober und dauert bis Mitte November; die Hirsche schreien (röhren) dann, indem sie weit schallende, orgelartige Töne hören lassen. Starke Hirsche behaupten gegenüber Nebenbuhlern einen Brunftplatz, an dem sie mehrere sogenannte Brunftkuhlen ausscharren, in denen sie auch sitzend rufen. Die weiblichen Tiere suchen in kleinen Gruppen die Brunftplätze der stärksten Hirsche auf, werden aber nicht, wie beim Rotwild, vom Hirsch zu einem Rudel getrieben und am Verlassen des Brunftplatzes gehindert.
Mitte Juni bis Ende Juli setzen sich die Weibchen nach einer Tragzeit von 32 Wochen von ihrer Gruppe ab und bringen ihre Kälber zur Welt: eins, vereinzelt auch zwei. Die Säugezeit beträgt etwa vier Monate. Geschlechtsreif werden die Tiere mit etwa 2 bis 2 ½ Jahren und erlangen ein Lebensalter von bis zu 25 Jahren.
Der Hauptfeind des Damhirsches war der Wolf, der aber im Verbreitungsgebiet des Damhirsches kaum noch vorkommt. Neugeborene Kälber werden gelegentlich auch von Füchsen, Wildschweinen und Kolkraben gefressen.