Wildpark Bad Marienberg
Lamas im Wildpark Bad Marienberg

Die Lamas sind eine Säugetiergattung, die zusammen mit dem Vikunja die Gruppe der Neuweltkamele innerhalb der Familie der Kamele (Camelidae) bilden.

Merkmale
Neuweltkamele unterscheiden sich äußerlich von den Altweltkamelen durch das Fehlen eines Höckers und die geringere Größe. Die Tiere der Gattung Lama erreichen eine Kopfrumpflänge von 120 bis 220 Zentimetern, ein Gewicht von 55 bis 150 Kilogramm und  kommen nur in Südamerika vor.
Wie bei den meisten Haustieren ist auch beim Lama die Farbe sehr variabel. Es gibt einfarbig weiße, braune und schwarze Lamas sowie solche, die in diesen Farben gefleckt oder sonst wie gemustert sind. Auch gepunktete Lamas kommen vor. Wie Altweltkamele haben Lamas an den Füßen Sohlenpolster (Tylopoden), und ihre Oberlippe ist gespalten und sehr beweglich.
Die Tiere erreichen die Geschlechtsreife mit 2 Jahren. Nach einer Tragezeit von 11 bis 12 Monaten wird ein Fohlen geboren. In extrem seltenen Fällen gibt es Zwillingsgeburten.

Traditionell wird die Gattung der Lamas in drei Arten aufgeteilt:

  • Guanako (Lama guanicoe)
  • Lama (Lama glama)
  • Alpaka (Lama pacos)

Das Guanako stellt dabei die einzige wildlebende Art dieser Gattung dar, während das Lama und das Alpaka domestizierte Formen sind, deren Haltung und Züchtung bereits vor 4.000 bis 5.000 Jahren einsetzte. Insbesondere beim Alpaka gibt es aber Thesen, wonach diese Art eher vom Vikunja abstammt. Da die Arten der Neuweltkamele uneingeschränkt untereinander kreuzbar sind und sich die Linien immer wieder vermischt haben, lassen sich die exakten Abstammungsverhältnisse wohl nur schwer eruieren. Die beiden domestizierten Formen werden oft als eigene Arten gezählt, was sich aber, wenn man den modernen Artbegriff anwendet, kaum halten lässt. Dementsprechend fassen jüngere Systematiken alle drei Vertreter zu einer einzigen Art zusammen.

Verwendung heute
Das Lama wird in unzugänglichen Regionen der Anden immer noch als Lasttier verwendet. Insgesamt werden in Südamerika heute etwa drei Millionen Lamas gehalten, vorwiegend wegen ihres Fleisches und ihrer Wolle. Doch auch außerhalb Südamerikas wird es inzwischen gezüchtet. Auch in Europa werden Lamas gezüchtet und die Wolle geschoren und verarbeitet.

Spucken
Wenn Lamas sich belästigt fühlen, spucken sie den Störer an. Dabei beweisen sie eine erstaunliche Treffsicherheit. Normalerweise werden jedoch nicht Menschen Opfer solcher Attacken. Vor allem untereinander bespucken sich Lamas, um die Rangordnung zu verdeutlichen oder aufdringliche Artgenossen auf Distanz zu halten. Speichel wird nur zur Vorwarnung gespuckt. Meistens wird halb verdauter Mageninhalt gespien, dies allerdings nur in kleinen Mengen. Die halbflüssige, grünliche Masse ist übel riechend, ansonsten aber harmlos und leicht abwaschbar.

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