




Der Sikahirsch (Cervus nippon) ist ein aus Ostasien stammender Hirsch, der durch Einbürgerungen heute in vielen Gegenden der Welt vorkommt.
Merkmale
Mit einer Kopfrumpflänge von 100 bis 150 cm, einer Schulterhöhe von 75 bis 110 cm und einem Gewicht von 40 bis 80 kg ist der Sikahirsch deutlich kleiner als ein Rothirsch und etwa so groß wie ein Damhirsch. Das Fell ist braun und trägt zahlreiche weiße Flecken, die in sieben bis acht Längsreihen angeordnet sind. Im Winter verblassen diese Flecken und sind manchmal kaum auszumachen, während sie im Sommer in einem deutlichen Kontrast zur übrigen Fellfarbe stehen. Vom ebenfalls gefleckten Damhirsch ist der Sikahirsch leicht durch das Geweih zu unterscheiden, das keine Schaufeln bildet und je Stange nur zwei bis fünf Enden hat. Im Winter bildet sich bei beiden Geschlechtern eine dichte Halsmähne.
Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Sikahirsches umfasste den Ostteil der Volksrepublik China, Südost-Sibirien, Korea, Japan, Taiwan und den äußersten Norden Vietnams. Mit Ausnahme der Japanischen Inseln sind sie fast überall in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet bedroht.
Durch den Menschen sind Sikahirsche in zahlreichen Gegenden der Welt eingeführt worden, so in Europa, Marokko, der Nordmongolei bei Süchbaatar, Neuengland, Texas, Australien, Madagaskar und Neuseeland.
In Deutschland ist der Sikahirsch ein Neozoon: 1893 wurden die ersten Sikahirsche als Parkwild eingeführt. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich aus entflohenen und ausgesetzten Tieren wild lebende Populationen von Sikahirschen entwickelt,
Lebensweise
Ausgewachsene Männchen sind für die meiste Zeit des Jahres Einzelgänger, während Weibchen und Jungtiere sich zu Verbänden von 2 bis 10, selten 50 Tieren zusammenfinden. Im Frühherbst werden die Männchen territorial und beginnen, einen Harem von durchschnittlich 12 Weibchen um sich zu sammeln. Gelangen andere Männchen in das Revier, werden sie vertrieben, wobei es zu heftigen Kämpfen kommen kann. Sikahirsche bevorzugen als Lebensraum dichte, unterholzreiche Wälder, doch kommen die anpassungsfähigen Tiere auch in Sumpf- und Graslandschaften vor. Sie äsen Kräuter, Blätter und Gräser, verzehren aber nicht so rohfaserige Kost wie etwa Rothirsche. Ihre natürlichen Feinde sind Wölfe, Asiatische Wildhunde, Tiger und Leoparden.